Die Wallanlagen der Stadt Northeim sind ein prägendes Element des historischen Stadtbildes und zugleich ein zentraler Grün- und Erholungsraum der Innenstadt. Als denkmalgeschütztes Relikt mittelalterlicher Stadtbefestigung erfüllen sie heute eine wichtige Funktion als „grüne Lunge“, Aufenthaltsraum und touristischer Anziehungspunkt.
Um dieses bedeutende Stadtelement zukunftsfähig weiterzuentwickeln, erarbeitet die Stadt Northeim gemeinsam mit Partnern ein umfassendes Planungskonzept zur Sanierung und Aufwertung der Wallanlagen einschließlich der Stadtmauer. Ziel ist es, den historischen Charakter zu bewahren, die Aufenthaltsqualität zu steigern und die Wallanlage als zusammenhängenden, erlebbaren Freiraum neu zu stärken.
Die Wallanlagen gehen auf das Mittelalter zurück und dienten ursprünglich als Verteidigungsanlage rund um die Stadt Northeim. Auch wenn die Wälle im Laufe der Zeit geschleift wurden, sind ihre Struktur und topografische Prägung bis heute deutlich ablesbar. Seit 1990 stehen die Wallanlagen unter Denkmalschutz.
Heute präsentieren sie sich als parkartige Freiräume mit Wegen, Grünflächen und Sitzgelegenheiten. Historische Elemente wie die Stadtmauer, die aufgeschütteten Wälle sowie die Wallteiche prägen das Erscheinungsbild und machen die Geschichte der Stadt im Alltag erlebbar. Die Wallanlagen verbinden Erholung, Natur und Stadtgeschichte in einzigartiger Weise.
Die Wallanlagen bestehen heute aus mehreren, unterschiedlich gestalteten Abschnitten mit teils sehr unterschiedlichen Qualitäten. Ein übergreifendes Gestaltungskonzept ist bislang nicht erkennbar. Übergänge zwischen einzelnen Wallbereichen sind teilweise unübersichtlich, Wegeführungen nicht eindeutig und einzelne Oberflächen sowie Ausstattungselemente sanierungsbedürftig.
In einigen Bereichen – insbesondere am Kommandantenwall, Tourlaviller Wall, Adolf-Hueg-Wall und Bleichewall – besteht ein erkennbarer Verbesserungsbedarf hinsichtlich Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit und Nutzbarkeit. Ziel des Planungskonzeptes ist es daher, die einzelnen Abschnitte besser miteinander zu vernetzen und die Wallanlagen insgesamt erlebbarer, attraktiver und zugänglicher zu gestalten.
Das Planungskonzept zur Aufwertung der Wallanlagen definiert klare Sanierungs- und Entwicklungsziele. Dazu gehören unter anderem:
Ein besonderer Schwerpunkt der Planung liegt auf der ökologischen und klimatischen Funktion der Wallanlagen. Die Grünflächen leisten einen wichtigen Beitrag zur Stadtökologie, während die Wallteiche als historisches und landschaftsprägendes Element erhalten und ökologisch saniert werden sollen.
Im Rahmen des Sanierungsgebiets der Städtebauförderung soll zudem der historische Einleitungspunkt des Bachs Selde in die Wallteiche gestalterisch und funktional wieder sichtbar gemacht werden. Damit wird ein bedeutendes Element der Stadt- und Siedlungsgeschichte neu erlebbar und gleichzeitig ein nachhaltiger Umgang mit Wasser und Niederschlägen gefördert.
Mit dem Planungskonzept zur Sanierung der Wallanlagen schafft die Stadt Northeim die Grundlage für eine langfristige, nachhaltige und qualitätsvolle Entwicklung dieses einzigartigen Stadtraums. Die Wallanlagen sollen auch künftig ein Ort der Erholung, Begegnung und Identifikation sein – für die Stadtgesellschaft ebenso wie für Besucherinnen und Besucher.
Die behutsame Aufwertung verbindet Denkmalschutz, Stadtentwicklung, Klimaanpassung und Tourismus zu einem ganzheitlichen Zukunftsprojekt für die Innenstadt von Northeim.
Die Wallanlagen sind das grüne Gedächtnis Northeims und prägen als besonderer Freiraum das Stadtbild. Helfen Sie mit, die Wallanlagen weiterzuentwickeln! Teilen Sie Ihre Gedanken und Ideen: Wo bestehen Probleme? Welche Orte gefallen Ihnen heute schon besonders? Welche Wünsche haben Sie für die Entwicklung der Wallanlagen?